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Alt 22.05.2020, 12:09   #9
ursa major
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Registriert seit: 02.04.2014
Beiträge: 2.993
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Ich habe vor ein paar Jahren an einer kurzen Fortbildung für Beauty-Retusche teilgenommen. Also Kosmetik- und Mode-Werbung. Da hat uns der Dozent erzählt, dass er in seinem Studio die Fotos für die Freisteller tatsächlich immer in Bezug auf von vornherein festgelegte Hintergründe macht. Also nicht so, dass man wahlweise auch einen roten, grünen, blauen oder sonstwelchen Hintergrund einfügen könnte, sondern immer einen in einer bestimmte Farbe und aus einer bestimmten Perspektive beleuchteten Hintergrund. Das wird penibel protokolliert. Denn Objekte im Hintergrund strahlen ja durch farbige Reflektionen auch immer auf Objekte im Vordergrund aus. Das ist natürlich High End und auf absolute Makellosigkeit angelegt. Da wird ja auch jede unschöne Pore und jedes störende Härchen wegretuschiert. Und dafür werden auch nur hoch augelöste Fotos verwendet.

Da könnte man sich natürlich fragen, warum man die Models nicht gleich vor dem gewünschten Hintergrund fotografiert und sich das Freistellen und Montieren erspart. Aber das ist eben genau wegen dieser Makellosigkeit.

So hoch müssen wir unser Projekt hier also wohl nicht hängen. Die Beleuchtungsrichtung ist aber auf jeden Fall extrem wichtig. Ferner ist auch wichtig ob es sich um ein konzentriertes Punktlicht handelt - wie bei Studiofotos - oder um breiter gestreutes Tageslicht. Ob man eine oder mehrere Lichtquellen hat. Ob es reflektierte Lichter gibt - was eigentlich immer der Fall ist, wenn Objekte oder Personen in der Nähe anderer Objekte oder Wände fotografiert werden. Dadurch würden Schatten teils aufgehellt und Lichter auf der dem Lichteinfall gegenüber liegenden Seite des Objekts entstehen.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Farbe des Lichts. Licht hat fast immer irgendeinen Farbstich. Tageslicht um die Mittagszeit hat z.B. tendenziell einen Blaustich. Das Licht am Abend tendiert mehr ins Rötliche. Wie die Stärke, also Helligkeit, des Lichts, die Stärke der Schatten bestimmt, so bestimmt auch die Farbe des Lichts die Farbe der Schatten, die nämlich die auf dem Farbkreis gegenüberliegende ist. Licht mit einem leichten Farbstich ins Blaue erzeugt also Schatten mit einem leichten Farbstich ins Rötliche. Das sollte man aber nicht übertreiben, sonst wirkt es schnell psychedelisch.

Du siehst, dass das ein wirklich komplexes Thema ist, das sehr viel mit Physik zu tun hat. Damit muss man sich beschäftigen und ein Verständnis und einen Blick dafür entwickeln, wenn es wirklich überzeugend werden soll.
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