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Alt 03.01.2007, 18:51   #1
flashnfantasy
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Standard [Tutorial] Auto-Exposure-Bracketing für bessere Bilder

Auto-Exposure-Bracketing = Belichtungsvariantenreihen, eine Einstellung bei der Kamera, so daß drei oder mehr Bilder gemacht werden, die neben dem normalen Bild auch das Motiv über bzw. unterbelichten.

Das Problem: Das Motiv hat starke Kontraste, meist heller Himmel und dunkler Boden.
Die Unterschiede können alleine durch selektiertes verändern der Kontraste nicht behoben werden. Versucht man maskierte Kontrast-Anpassung, dann verringert sich die Qualität des Bildes.

Die Idee ist eigentlich total simpel. Man macht zwei Bilder von dem gleichen Motiv, einmal belichtet nach dem hellsten Motiv und einmal belichtet nach dem dunkelsten Motiv.
Persönlich nutze ich sogar drei Bilder. Für das Tutorial reicht aber die Darstellung von zwei Bildern...

Bei dem Bild unten erkennt man in der unterbelichteten Variante ein wenig den trüben Januarhimmel und die Häuser ausserhalb des Raumes.
In der ueberbelichteten Variante hingegen erkennt man das Rauminnere.
(Muß dazu sagen, daß ich es mit der Über- und Unterbelichtung übertrieben habe)



Man bringt beide Photos auf ein Bild.

1.Schritt erstellen einer Auswahlmaske
1a. Duplizieren der beiden Ebenen, beide Ebenen nach oben verschieben
1b. Der oben liegenden Ebene eine Transparenz von 50% geben und mit der Ebene darunter vereinen. Damit hat man ein Bild mit ausreichend Kontrast.

Anm. Sicher ist es besser, wenn man nur ein Bild nimmt, in diesem Falle war das nötig, weil bei beiden Bilder durch die Über- bzw. Unterbelichtung die Kontraste an vielen Stellen verschwunden waren.

1c. Schwellwert (Ebene-Farben-Schwellwert) erzeugt folgendes Bild:



2. Schritt Aus der Schwellwertdarstellung die Maske erstellen
Da kann ich nur in etwa sagen, wie ich es mache.
Markieren des ganzen Bildes, Kopieren, Quick-Maske an, Paste, Quick-Maske aus.
Anschliessend geht man auf die Ebene mit den zu hellen Bild.
Im Ebenen-Dialog erzeugt man aus dem Kontext-Menü die Maske aus der Auswahl.
Anschliessend unbedingt die Auswahl löschen.

Das jetzt entstandene Bild hat noch einen zu harten Übergang von Hell nach Dunkel.
Der nächste Schritt ist die Maske weichzuzeichnen. Und da sollte man durchaus mit sehr großen Werten rechnen - ich habe als Faustformel genommen, die größere Kantenlänge des Bildes ist der Wert für den Gaußschen Weichzeichner.

Hier nochmals der Ebenen-Dialog:


Das Ergebniss sieht dann so aus:



Wobei ich eingestehen und warne: Bei diesem Bild ist der Effekt total übertrieben.
Ich habe nur zwei Bilder verwendet und beide mit 5 Blendenstufen neben der vorgeschlagenen Blende verwendet.

Variationen.
a) Normalerweise entstehen 3 Bilder.
Als Grundlage für die Maske nimmt man das, was von der Belichtung her in der Mitte liegt.
b) 3 Bilder kann man kombinieren, indem man die Grundlage für die Maske
- entfärbt (desaturate)
- Kontrast automatisch anpassen (Stretch, unter Ebene-Farbe-Auto-...)
- Posterisieren nach 3 Stufen. (unter Ebene-Farbe-Auto-...)
- und dann für jedes Bild die Maskengrundlage mit Farbauswahl wählen.
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Alt 03.01.2007, 20:32   #2
lumpi
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Wow, ist das ein geiles Tutorial.

Ich habe mir während des Lesens mit der Hand vor dem Kopf geschlagen. Es ist so simpel, dass es genial ist. Allerdings setzt diese Art der Fotografie ein Stativ voraus, um sie drei Bilder in exakt den gleichen Winkel zu treffen.
Wie das mit den Masken klappt kann ich noch nicht sagen. Dazu muss ich erst mal auf Foto-Tour gehen. Allerdings klingt es beim ersten Überlesen für mich logisch und nachvollziehbar.

Wie gesagt, ein geiles Tutorial!

Vielen Dank

lumpi
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Alt 03.01.2007, 22:15   #3
lupus
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Zitat:
Zitat von lumpi Beitrag anzeigen
Allerdings setzt diese Art der Fotografie ein Stativ voraus, um sie drei Bilder in exakt den gleichen Winkel zu treffen.
oder eine Aufnahmen im RAW-Format, das geht auch und ist ausführlich bei ebv4linux beschrieben

juergen
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Alt 03.01.2007, 22:34   #4
flashnfantasy
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War eigentlich auch total überrascht, erst jetzt auf eine so simple Idee zu kommen.
Und es war ja auch ein eher beiläufiger Artikel im Spiegel-Online, der mich auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht hat.
Spiegel-Artikel

Schönes Beispiel

Viele weitere Beispiele, zum Appetitanregen

RAW wird das nicht unbedingt leisten können, es werden zwar in Zukunft Digitalkameras geben mit einem enormen "Dynamic Range", aber noch ist das nicht soweit...

Klar sollte man ein Stativ verwenden, vorallem weil man meist solche Bilder bei schlechten Lichtsituationen macht.
Ansonsten würde ich Hugin nehmen, um die Bilder nachträglich übereinander zu legen.

Hoffe, ich sehe hier jetzt einige Bilder mal
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Alt 03.01.2007, 23:08   #5
lumpi
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@ lupus

Sorry, aber das mit dem RAW habe ich noch nicht so richtig kapiert. Hast du vielleicht mal eine ganz kurze Erklärung oder einen deutschen oder englischen link?

@ flashfantasy

Es kommen wirklich coole Bilder dabei heraus. Die Panoramaufnahme aus deinem zweiten link hat mich fast aus den Socken geschupst. Sieht das stark aus!

Den ersten Link habe ich nicht gelesen. Ich stehe aus persönlichen Gründen mit dem Spiegel auf Kriegsfuß...

Auch im dritten link sind wunderschöne Bilder. Und was noch besser ist: Ich habe mal wieder festgestellt, wie ähnlich sich flämisch und (platt)deutsch sind. Ich konnte die Beiträge lesen und sogar zu zwei Dritteln verstehen.

Ich habe morgen frei und will sowieso auf Phototour. (Meine Nikon D 50 lässt mir keine Ruhe) Und natürlich werde ich gleich danach die neue Technik ausprobieren.



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Alt 04.01.2007, 00:06   #6
Hans
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Hi Flash, das neue Jahr geht ja gut los Werde die Tage wohl mal meine Kamera quälen um es auszuprobieren.
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Alt 04.01.2007, 08:18   #7
ThoNi
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Genial einfach - super Anregung.

ThoNi
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Alt 04.01.2007, 10:42   #8
flashnfantasy
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@lumpi
Allgemein zu RAW:
RAW ist keine Abkürzung, sondern heißt einfach nur roh. Gemeint ist damit, daß die unbearbeiteten Roh-Daten der Kamera gespeichert werden. Damit ist das RAW-Format auch eher ein Kamera-abhängiges Format, soweit ich weiß, gibt es inzwischen davon über 600 Varianten, die zum größten Teil inkompatibel sind.
RAW wird gerne da genutzt, wo die Aufnahme-Situationen schwierig sind und man möglichst viele Daten ohne eine Kamera-interne Überarbeitung haben will.
Dazu gehört zB das Interpolieren des RGB-Wertes, Weißbild-Abgleich, Scharfzeichnen etc...
In der Zukunft wird wahrscheinlich eine Dynamic-Range-Anpassung gemacht, diese läuft eventuell ähnlich dem Tutorial, daß zB große helle Gebiete abdunkelt werden. Im Bild selber wird diese Abpassung aber dann wieder rausgerechnet (ausser man will sie natürlich haben). Da Dynamic-Range aber ziemlich motivabhängig ist, können sich die Ergebnisse verschlimmern statt verbessen. Im RAW-Format werden daher alle Infos gespeichert, die ein nachträgliches Anwenden von HDR auf das Bild erlauben + eine Feinjustierung durch den Anwender.

Heute morgen habe ich direkt ausprobiert, wie gut die Idee mit dem AEB ist, und habe auch mal vergliechen, ob ich den gleichen Effekt durch selektives Ändern der Gradationskurven hinkriege.

Gleich ein Ergebniss vorneweg. Selektives Ändern der Helligkeit des Bildes erreicht nicht annähernd die Qualität. Gerade in den hellen Bereichen des Bildes sind die Wertabstände so gering, daß man einen deutlichen Posterize-Effekt bekommt (Hoffe, daß mit dem Posterize-Effekt ist jedem bekannt, es gibt einen Filter unter Ebene-Farben, der so heißt).
Auch habe ich das Gefühl, daß der Weißbild-Abgleich besser ist, das ganze Bild ist nicht mehr so blaustichig. Wobei der Weißbild-Abgleich fest eingestellt war auf bewölkten Himmel.

Das Bild unten ist mit Stativ und AEB von 2 Zeitstufen aufgenommen worden.
Zuerst habe ich das Originalbild dupliziert und mit 3 Stufen posterisiert (das obere Bild).
Die Helligkeits-Stufen Weiß und Schwarz waren die Grundlage für die Maske.
Das Maskieren läuft über die Schritte: Auswahl nach Farbe, Maske hinzufügen, Maske aus Auswahl.
Die Maske für den hellen Bereich habe ich mit etwa 30% der Bildbreite weichgezeichnet, die Maske für den dunklen Bereich mit etwa 12% der Bildbreite.
Bei beiden Bildern habe ich anschliessend im gleichen Maße den G und B Kanal etwas reduziert in den oberen Bereichen, um den Blaustich des Himmels zu reduzieren.

Der Blaustich im Original (Häuserwand) kommt wahrscheinlich daher, daß die Blauwerte an der Wand zu dicht beieinander und zu hoch im absoluten Wert liegen. Dort hätte ich den Blauwert noch weiter reduzieren müssen.
Hingegen ist bei den Wolken der Himmel bereits etwas gelblich und ein leichter Posterize fällt auf. Dort hätte ich hingegen den Blau-Kanal auf keinen Fall weiter reduzieren dürfen.

Bei den nachbearbeiten Bild fällt ein leichtes Halo um die Bäume und das Dach auf. Es ist wichtig, daß man die Reihenfolge der Ebenen austestet.
Das Bild ist entstanden in der Reihenfolge: unten Original, dann AEB-2, also helle Bereiche maskiert, und dann AEB+2, für die dunkeln Bereiche.




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Geändert von flashnfantasy (04.01.2007 um 10:46 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler
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Alt 05.01.2007, 16:58   #9
flashnfantasy
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Dachte, ich lasse mir mal Zeit, bis ich die Werke von anderen sehe...
Aber momentan gehen mir zu HDR soviele Ideen durch den Kopf, wenn ich damit warte, dann kommt es nie zu einem Posting.

Eigentlich sind momentan die idealen Bedingungen für HDR, das Wetter ist trübe, der Himmel sehr viel heller als der Boden, normale Photos unter diesen Bedingungen geradezu dazu verdammt, Langweiler zu werden.
Dabei haben die Wolken Nuancen - und der Boden hat Farbe, wenn auch ziemlich trübe, aber es geht verloren.

Wenn HDR zum Ziel hat, die Helligkeitsdynamik zu reduzieren, dann gibt es dafür ein Extrem - nämlich alle Bilder haben den gleichen Helligkeitswert, aber unterscheiden sich in der Farbrichtung. Wie sowas aussieht, kann man in GIMP sehr schnell mal ausprobieren.
1. Ebene kopieren
2. die neue Ebene entfärben
3. Ebenen-Modus "Grain Extract" bzw. "Faser extrahieren"
Dieser Effekt ist aber jetzt eindeutig zu heftig.
Und 100% auf einen Helligkeitswert reduziert das auch nicht, wenn man die Bilder vereinigt und entfärbt, dann erhält man zwar ein Grau-Ton, aber die Helligkeitsverteilung ist trotzdem nicht nur ein Wert (keine Ahnung wieso).

Die erste große Frage Frage bei HDR ist, wie maskiere ich meine Belichtungsreihen ?
Ich hatte als erstes vorgeschlagen, aus dem Normalbelichteten Bild ein SW zu machen und zu posterisieren mit dem Wert 3 - man erhält dann ein Bild mit den Helligkeitsstufen Weiß, Grau und Schwarz. Damit kann Selektieren nach Farbe und anschliessend eine Maske erzeugen. Dieses Vorgehen hat bisher die anderen Varianten an Qualität geschlagen. Trotzdem möchte ich mal eine neue Idee vorstellen, von der ich dachte, sie sei besonders gut (vielleicht ist sie es acug, nur halt nicht für meine Beispiele).
Die Idee:
1. erzeuge ein SW
2. gehe in den Dialog für die Werte (Ebene-Farben-Werte) und stelle den Startwert ein.
2a. Startwert 128-255 um eine Graustufenmaske für das dunkle Bild zu kriegen
2b. Startwert 0-127 um eine Graustufenmaske für das helle Bild zu kriegen (das Ergebniss muß noch invertiert werden)



Jedoch, diese Idee krankt an der Perfektion, das Bild wirkt flau und farblos, mit etwas Weichzeichnen der Maske kann man wieder mehr Kontrast reinbringen, aber dann ist man wieder bei dem ursprünglichen Vorgehen, und die Qualität der Maske ist nicht so gut.

Anscheinend muß man beim Photo großflächig maskieren. Helligkeitsschwankungen bei Details dürfen nicht ausgeglichen werden !!!

So, zuletzt noch ein Werk. Wenn man nur das nachbearbeitete Bild sehen würde, man würde nicht wissen, was eigentlich nachbearbeitet wurde, zu sehr entspricht das Ergebniss dem, was man als Real empfindet:

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Alt 06.01.2007, 15:17   #10
Ravetracer
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Beiträge: 2.516
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Hi Flash.
Ich will ja dein gutes und nicht zu verachtenes Tutor schlecht im Raum stehen lassen,
aber es gibt ein GIMP-Script für das Auto-Bracketing.

http://turtle.as.arizona.edu/jdsmith/exposure_blend.php

Es arbeitet mit 3 Bildern und liefert wirklich nette Ergebnisse.
__________________
Grüße,
Christian

-- kreativer Chaot --
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