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xekinai 27.05.2015 11:55

Als Ebene öffnen: .jpg öffnet nur als Ausschnitt
 
Hallo,

vielleicht eine ganz dumme Neulingfrage, da ich zum ersten Mal Gimp benutze:

Fall 1: Ich habe über Datei => Als Ebene öffnen ein .jpg-Bild (Bild 1) von meiner Festplatte geöffnet.
Anschließend wollte ich ein weiteres .jpg-Bild (Bild 2)als zweite Ebene hinzufügen und habe wieder Datei => Als Ebene öffnen gewählt.
Von dem zweiten Bild öffnet dann nur ein stark vergrößerter Ausschnitt.
Es liegt nicht an den Scrollbars; es gibt keine Möglichkeit zu scrollen.

Fall 2: Wenn ich die Bilder in umgekehrter Reihenfolge (erst 2, dann 1) öffne, passiert das nicht. Ich stelle dann allerdings fest, dass Bild 1 viel kleiner ist als Bild 2.

Offenbar öffnet Gimp in Fall 1 von Bild 2 nur den Ausschnitt, der der Größe von Bild 1 entspricht.
In Fall 2 sitzt Bild 1 in der Mitte von Bild 2 und ich kann ich beide Bilder nur gemeinsam zoomen.

Ich würde gern beide Bilder komplett darstellen und unabhängig voneinander zoomen sowie gegeneinander verschieben, so dass ich sie in einem von mir gewählten Größenverhältnis kombinieren kann (zunächst mal würde ich sie gerne zur Deckung bringen).

Vielen Dank!

Asmodis 27.05.2015 13:54

Dann hast du wahrscheinlich das Konzept von Ebenen noch nicht ganz verstanden :) Guck dir dazu am besten einfach mal das an : http://gimp-werkstatt.de/ebenen.php oder http://docs.gimp.org/de/gimp-dialogs-structure.html das dürfte das Konzept etwas klarer machen.


Sobald du das zweite, größere Bild als Ebene öffnest dürftest du einen gelb-schwarzen Rand außerhalb des Bildes sehen. Das ist der Rand der gerade eingefügten Ebene, welche, wenn das Bild größer ist als das erste, natürlich auch größer ist, als der angezeigte Ausschnitt. Das liegt daran, dass die Leinwand beim Öffnen des ersten Bildes eine bestimmte Größe bekommt. Wenn du jetzt ein größeres Bild öffnest, siehst du davon auch erstmal nur den Ausschnitt, der dieser Leinwandgröße entspricht.

Wenn du die beiden zur Deckung bringen möchtest, musst du
1. Eventuell die Leinwandgröße anpassen - das geht über Bild ->Leinwandgröße...
und
2. eines der beiden Bilder (der beiden Ebenen) herunter oder hochskalieren, damit die beiden die selbe Größe bekommen.

xekinai 27.05.2015 23:33

Dankeschön! Das Konzept der Ebenen habe ich, glaube ich, schon kapiert. Nur bin ich unbedarft davon ausgegangen, dass die automatisch gleich groß sind und das Bild an die Größe angepasst wird. Ich glaube, die Idee, dass ein digitales Bild eine feste Größe haben kann, war mir fremd.

Als dem nicht so war, wollte ich das Bild manuell anpassen und habe vergeblich nach einem Ziehrahmen wie halt bei den Officeprogrammen gesucht und es dann natürlich erfolglos über den Zoom versucht. Insofern war der Hinweis auf das Skalieren hilfreich, prima!

Asmodis 28.05.2015 10:28

Das mit den Digitalen Bildern und ihrer Größe ist so eine Sache. Jedes Digitale Bild hat eine feste Pixelzahl (sofern es keine Vektorgrafik ist). Auf dem Bildschirm werden diese Pixel je nach Zoomstufe in einer festen Größe dargestellt - damit bekommt das ganze Bild eine effektive Größe, die sich aber je nach Zoomstufe ändert.

Wenn du wie in deinem Fall zwei Bilder als Ebenen in einem einzigen Bild öffnest, zwingst du beide Bilder in eine gemeinsame Zoomstufe. Damit haben ihre Pixel zwangsweise immer die selbe Größe (sonst wäre Bildmanipulation eine Sache der Unmöglichkeit - wie willst du zwei unterschiedlich große Pixel kombinieren?) und ein Bild/eine Ebene mit mehr Pixeln ist damit dann auch größer, als das mit weniger. Um diesen Unterschied auszugleichen wird dann die Skalierung der einzelnen Ebenen eingesetzt.

Der ziehbare Rahmen aus Office, den du erwähnst macht btw. auch nichts anderes. Er skaliert das Bild im Dokument. Einen ähnlichen Rahmen bekommst du ja in Gimp auch, wenn du das skalieren-Werkzeug benutzt.


Es folgt ein bisschen Hintergrundwissen zum Skalieren, das vielleicht ganz praktisch ist:

Zu erwähnen ist, dass Skalieren immer Verlustbehaftet ist - egal in welche Richtung.
Wenn du ein Bild kleiner machst, entfernst du Pixel und damit Informationen. Wenn du es hingegen größer machst, steht nicht genug Information zur Verfügung, um die hinzugefügten Pixel richtig zu färben. Es kann nur mathematisch aus den umliegenden Pixeln ein vermuteter Wert berechnet werden - diese Mathematik kannst du durch die verschiedenen Skalierungsalgorithmen (Werkzeugeinstellung "Interpolation") auswählen.
Ohne Interpolation wird beim Skalieren um den Faktor 2 zum Beispiel einfach jedes Pixel verdoppelt. Als Ergebnis erhältst du ein Bild, das zwar doppelt so groß ist, dafür allerdings auch pixliger wirkt. Die anderen Interpolationsalgorithmen berechnen Mittelwerte zwischen jeweils 2 Pixeln. Das sieht dann nichtmehr so pixlig aus, jedoch verschwimmt das Bild so sehr schnell.

xekinai 28.05.2015 10:55

Danke, Asmodis, für die sehr gute und informative Erklärung!


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